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Des Apfels Kern

 

Isaac Newton saß grübelnd unter einem Baum. Ein Apfel, der ihm auf den Kopf fiel, brachte ihm angeblich die Idee zum Gravitationsgesetz. Als Symbol der Liebe, Sexualität, der Fruchtbarkeit und der Erkenntnis spielt der Apfel in vielen Kulturen eine Rolle. Er taucht in Märchen und Mythologien auf. Im wohl bekanntesten Mythos, dem von Adam und Eva im Garten Eden, ist er der Auslöser für die Vertreibung aus dem Paradies. Er geistert durch die Sprache als Liebes- Lebens- und Zankapfel, als verbotene Frucht oder als Frucht der Erkenntnis.

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Geschichte

Der Apfel stammt aus Kleinasien. Unter den Pharaonen verbreitete er sich an den Ufern des Nils. Von dort aus gelangte er nach Palästina, Griechenland und Italien. Von Rom aus trat er seinen Siegeszug nach Norden an. 1880 waren mehr als 20.000 Apfelzüchtungen bekannt, davon allein in Deutschland 2.300 Sorten. Heute gibt es im deutschen Sprachraum ungefähr noch 1.500 Sorten, davon sind lediglich ca. 60 wirtschaftlich von Bedeutung. Im Handel sind nur noch etwa 30 Sorten erhältlich. In den großen Supermärkten werden meist nur noch fünf bis sechs Sorten angeboten.

Die Mini Apotheke

Der Apfel ist von Natur aus handlich verpackt und genussfertig. Der hohe Anteil an Vitaminen (A, B1 ,B2, B5, B6, C, E) und Mineralstoffen (Kalzium, Magnesium, Phosphor, Kalium, Schwefel, Chlor, Natrium) macht ihn zum echten „Power Food“. Äpfel regulieren die Verdauung, stabilisieren die Darmflora und damit das Immunsystem, mindern Reizbarkeit und Nervosität, unterstützen die Abwehrkräfte und stärken das Zahnfleisch. Das vor allem direkt unter der Schale befindliche Pektin senkt den Cholesterinspiegel, daher sollte man die Frucht möglichst mit der Schale verzehren. Der regelmäßige Genuss von Äpfeln reduziert das Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen, Asthma, Lungenfunktionsstörungen, Diabetes mellitus und Krebs, insbesonders Darm- und Lungenkrebs. Der hohe Fruktoseanteilwirkt als Konzentrationsstütze und sorgt zugleich für einen ausgewogenen Blutzuckerspiegel, die Voraussetzung für gleichmäßigen Schlaf.

Nutzung

Der Apfel ist die unbestrittene Nummer 1 unter den Früchten. Er ist Baby- und Kleinkindernahrung, Zwischenverpflegung, Back-, Brat- und Kochapfel. Wegen seines hohen Wassergehalts ist er das Saftobst schlechthin. Es gibt Sorten, die bis in den Mai hinein nicht verderben, daher ist er als Lagerobst bestens geeignet. Er wird zur Herstellung von Apfelwein, Cidre, Obstler und Calvados verwendet. Eingekocht kommt er als Mus oder Gelee daher. Es gibt unzählige Mehlspeis-Variationen mit Äpfeln, die Wiener Küche verdankt ihren Ruf nicht zuletzt dem Apfelstrudel.

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Südtiroler Apfelschmarren

150 g Mehl
100 ml Milch
100 ml Sahne
6 Eigelb
½ Packung Vanillezucker
1 EL Rum
6 Eiweiß
1 Prise Salz
40 g Zucker
200 g Äpfel in Blättchen geschnitten
Öl, Butter, Staubzucker

Mehl, Milch, Sahne, Eigelb, Vanillezucker und Rum zu einem glatten Teig rühren. Eiweiß mit Salz und Zucker zu Schnee schlagen, unter die Masse heben. In einer großen Pfanne Öl erhitzen, Teig eingießen, mit den Äpfeln bestreuen, die Unterseite goldgelb backen und wenden. Anschließend die Pfanne in das vorgeheizte Backrohr stellen, bei 200° ca. 5 Minuten backen. Danach mit zwei Gabeln in Stücke reißen, mit Staubzucker bestreuen, etwas Butter dazugeben und kurz auf dem Herd schwenken, bis der Zucker karamellisiert. Nochmals mit Staubzucker bestreuen und servieren.

 

"Einst hatte ich einen schönen Traum:
Da sah ich einen Apfelbaum,
Zwei schöne Äpfel glänzten dran;
Sie reizten mich, ich stieg hinan."

Johann Wolfgang von Goethe im Faust
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