von Sabine Fenzl

 

Therapie nach einer Sprung­gelenks­prothese

 

 

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Der menschliche Fuß besteht aus über 26 Knochen, einer Vielzahl von Gelenken, Muskeln und Bändern. Das obere Sprunggelenk liegt zwischen dem Sprungbein, dem Schien- und dem Wadenbein. Es ist zuständig für das Beugen und Strecken des Fußes und wird durch Bänder in seiner Bewegung gesichert. Beim Sport können Belastungen bis zum Zehnfachen unseres eigenen Körpergewichtes entstehen. Nach Verletzungen, Fehlstellungen oder rheumatischen Beschwerden kann es zu Arthrosen des Sprunggelenkes kommen. Oft sind die Beschwerden so weit fortgeschritten, dass keine konservative Therapie mehr anspricht. In diesem Fall gibt es heute, dank der ständigen Weiterentwicklungen der Endoprothetik, eine gute Möglichkeit, um Schmerzfreiheit, Beweglichkeit und Normalität im Alltag ohne körperliche Einschränkungen zu erreichen: Die Sprunggelenksprothese.

Nach einer Implantation der Sprunggelenksprothese wird der Fuß zu Beginn in Gips ruhiggestellt und bis zur dritten Woche völlig entlastet. So ist eine feste Verankerung der Prothese gegeben und der Fuß vor dem Umknicken gesichert. In der ersten postoperativen Phase ist es wichtig, das Bein konsequent hochzulagern, um die Schwellung zu reduzieren. Ab der dritten Woche findet eine Belastungssteigerung statt. Der Patient darf bis zur Schmerzgrenze auftreten und kann bis zur Gipsabnahme schon annähernd normal gehen.

Sobald der Gips entfernt wird, ist eine intensive Physiotherapie ein absolutes Muss. Mit Lymphdrainagen, Narbenbehandlungen und manueller Gelenksmobilisationen wird die Beweglichkeit des Sprunggelenkes verbessert und der Stoffwechsel, die Durchblutung und der Lymphabfluss angeregt. Die neue Situation im Körper erfordert ein intensives Aufbautraining der angrenzenden Muskulatur. Für ein physiologisches Gangbild wird mit dem Therapeuten an der Standbein- und Schwungbeinphase konzentriert gearbeitet. Das Balancieren auf einem Bein muss erst auf festem und dann auf labilem Untergrund trainiert werden. Das Gleichgewicht und die Propriozeption spielen eine große Rolle für ein sicheres Gehen. Durch Fußgymnastik, Längs- und Quergewölbetraining und auch durch spielerisches Aufheben von Dingen mit den Zehen wird die Fußmuskulatur wieder auf Vordermann gebracht. Um das Heben und Senken des Fußes wieder einwandfrei ausüben zu können, muss die Schienbein- und Wadenmuskulatur wieder auftrainiert werden. Auch die angrenzenden Muskelgruppen des Oberschenkels und der Hüfte haben meist nach jahrelanger Bewegungseinschränkung an Leistung verloren und dürfen beim Training nicht außer Acht gelassen werden.

Zusätzlich kann bereits ab Gipsabnahme mit dem Ergometerfahren begonnen werden. Schließlich ist das Radfahren eine der gelenkschonendsten Sportarten. Auch längeres Gehen ist bald wieder möglich.
Nach etwa einem halben Jahr ist die normale Funktion des künstlichen Sprunggelenkes gegeben und gelenkschonende Sportarten können wieder ausgeübt werden.

 

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