von Josef Wiesauer

 

Gesunde Einstellung?

 

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Mein größter Wunsch wäre es, öfter einmal in der Stadt spazieren gehen zu können“, erzählt mir der neunzigjährige Primararzt, der in seiner Wohnung mit dem Rollator sehr mobil ist. Auf meine Nachfrage, woran das scheitert, erklärte er, dass er auf dem Treppenlift den Rollator nicht mitnehmen könne, er bräuchte also einen zweiten unterhalb der Stiege. Noch immer verstand ich nicht, wo das Problem lag. Ich fragte. „Warum schaffst Du Dir keinen zweiten an?“. „Weil ihn die Kassa nicht bewilligt!“, kam es postwendend.
„Darf’s ein bisserl mehr sein?“, dachte ich. Unter diesem Titel schrieb ich schon 1997 wie erstaunlich es ist, dass die Menschen beim sprichwörtlich höchsten Gut so knapp kalkulieren. 15 Jahre später zeigt sich, es geht nicht ums Geld. Beim konkreten Beispiel beträgt der Selbstbehalt mit Heilmittelschein € 28,20, der Preis beim Selbstkauf € 120,00. Sollten € 100,00 Grund genug sein, dass ein pensionierter Primararzt seine Lebensqualität derart einschränkt? Nein, das liegt an der Einstellung!
Leistungen im Gesundheitswesen müssen begrenzt sein, das steht völlig außer Streit. Dies ist im Interesse von uns Beitragszahlern und volkswirtschaftlich zwingend. Unsere Geschichte beweist aber auch, dass Geld für Gesundheitsleistungen und -produkte auszugeben, die Lebensqualität immens heben kann. Dass es sinnvoll ist, Geld jenseits von Rezept, Verordnung und Heilmittelschein zu investieren, ist die Kernbotschaft des SPIRIT. Bei der Auswahl in Bezug auf Qualität und Preis zu beraten, verstehen wir als unser Service. Denn es gibt Lebens­qualität jenseits des Rezepts.

 

 

peng3hagridSeit 1998 Stammgast auf Seite 31: „Peng“ Günter ­Mayer, Träger des Deutschen ­Karikaturenpreises 2003