Herr Doktor, wann darf ich wieder …

 

Die meistgestellte ist zugleich auch die Lieblingsfrage jedes verantwortungsvollen Arztes. Der richtige Zeitpunkt für die Sportrückkehr nach Knieverletzungen ist das Nadelöhr im ­Rehab-Prozess. Tests können objektive Hilfestellung bei der Beantwortung leisten.

 

 

Rückkehr zum Sport nach Knieverletzungen

von Christian Fink

 

Nach einer Kreuzbandoperation am Kniegelenk ist das Bein in den ersten Wochen nur eingeschränkt belastbar. Die unmittelbare Folge ist die Abnahme der Muskulatur. Dadurch leidet nicht nur die Beinkraft, sondern es verändert sich auch die nervale Ansteuerung der Muskeln.  Das  Ziel der postoperativen physikalischen Therapie ist es, diese Funktionsdefizite mit geeigneten Behandlungs- und Trainingsmethoden zu beheben. Spätestens wenn die postoperativen Veränderungen abgeklungen sind, das volle Bewegungsausmaß im Kniegelenk gegeben ist und auch der Oberschenkel wieder ansatzweise dem Umfang des gesunden Beines entspricht, wird dem Arzt und dem Physiotherapeuten die erwartungsvolle Frage gestellt: „Wann kann ich wieder zurück in den Sport?“.
Klassischerweise wird heute nach Kreuzbandverletzungen von einem Zeitraum von etwa 6 - 9 Monaten ausgegangen, bis ein Wiedereinstieg ins Training stattfinden kann. Dieser Zeitraum begründet sich auch darin, dass das in der Regel durch körpereigenes Sehnenmaterial ersetzte Kreuzband einheilen muss. In diesem Einheilungsprozess kommt es zu einer Abnahme der mechanischen Eigenschaften, die sich erst langsam wieder aufbauen. Bis es zum vollständigen Transplantatumbau kommt muss man mit 9 - 12 Monaten rechnen. Erst dann kann man davon ausgehen, dass die mechanischen Eigenschaften wieder denen des natürlichen Kreuzbandes entsprechen.

Bestehen nach 6 Monaten also noch muskuläre Defizite und kehrt ein Sportler zu diesem Zeitpunkt oder ev. schon früher zu seinem Risikosport zurück ist sein Wiederverletzungsrisiko extrem hoch. Diese Problematik wurde deshalb in den letzten Jahren auf allen internationalen Kniekongressen intensiv diskutiert.

 

 

Back to Sport

von Doris Auer

 

Dreiundzwanzig Jahre Erfahrung mit dynamischer Kraftmessung und aktuelle Erkenntnisse aus einer Studie der Sportsclinic Austria - das ist der Beipackzettel des Sportrückkehr-Tests des Instituts für Sporttherapie.
Die dynamische Kraftmessung mit isokinetischen Systemen ist neben der klinischen Beurteilung durch Arzt und Therapeut der wesentliche, objektive  Faktor zur Beantwortung der Frage „Herr Doktor, wann darf ich wieder….?“. Jeder Heilungs- Wiederaufbauprozess ist unikat. Umso wichtiger ist es, dass objektive Messdaten als Grundlage für eine seriöse Auskunft zur Verfügung stehen.

Dynamische Kraftmessung am Computer (Isokinetik)

Die Qualität der aufgezeichneten Kraftverlaufskurve wird über den Winkel beurteilt. Erfasst werden die absolute und relative Kraft (Drehmoment / Körpergewicht), die Arbeit pro Wiederholung in Joule, die Muskelleistung in Watt, sowie die Zeit, die zum Erreichen des Kraft­ maximums benötigt wird (time to peak). Kern der Beurteilung ist der Vergleich zwischen verletztem und nicht verletztem Bein, sowie altersgemäße Vergleichswerte. Diese Ergebnisse liefern schon wertvolle ­Erkenntnisse. Zum Beispiel kann bei einer relativen Kraft von 250 % zum Körpergewicht das Laufen wieder empfohlen werden. Die time to peak ist ein wertvoller Hinweis dafür, ob bei gleichem Kraftniveau der beiden Extremitäten die Kraft auch gleich schnell, und vor allem schnell genug aus Sicht der Prävention, zur Verfügung steht. Bei Risikospor­tarten wie Schifahren oder Fußball ist das ein conditio sine qua non. 
Die dynamische Kraftmessung ergibt ein gutes Gesamtbild über die Leistungsfähigkeit der Muskulatur. Um dem komplexen Anspruch an die Gelenksfunktion gerecht zu werden, kann als missing link zum Sportalltag zusätzlich ein sportmotorischer Testabsolviert werden.

 

Sportmotorischer Test

Hochsprünge ein- und beidbeinig, Tiefsprünge (plyometrisch) ein- und beidbeinig: Neben der Qualität (Landung, Note 1 – 5) erfasst der Myotest (Beschleunigungsmesser) dabei die Sprunghöhe, Sprungleistung in Watt/kg und den Reaktionsindex (Höhe in cm x 10 durch Bodenkontakt in msec). Beim Sprungparcour zählt der Links-Rechts-Vergleich in sec.

Patientenfahrplan

Die dynamische Kraftmessung findet ab der 12. Woche postoperativ statt, der sportmotorische Test in Anlehnung an den individuellen Rehaverlauf, an die Sportart und dem ins Auge gefassten Termin für die Sportrückkehr, nach zirka sechs Monaten.  Die Zusammenschau der beiden Ergebnisse liefern für Profi- und Hobbysportler die derzeit seriöseste Grundlage auf die Patientenfrage „Herr Doktor, wann darf ich wieder… ?“.

 

 

 

„Den richtigen Zeitpunkt zu finden, um nach einer Kreuzbandoperation wieder mit dem Sport zu beginnen, ist nicht leicht. Der Return to Sport - Test ist dabei eine große Hilfe. Zusätzlich sollten alle Patienten, das ist mittlerweile EBM gesicherter Standard, ein ACL - Präventionstraining bekommen. Ich bin froh, dass wir in Oberösterreich mit der Sporttherapie das Know how und die technische Ausrüstung dafür haben“.
Dr. Martin Fischmeister, FA für Unfallchirurgie, Diplom für Sport­medizin, Ferihumerstraße 11, 4040 Linz, Tel.: 0732 716617,
www.fischmeister.info/mff

 


 

 

„Der objektive Test gibt mir und den ­Patienten Sicherheit und verhindert Umwege in der Therapie. Das spart Zeit und Geld, was letztlich für alle entscheidend ist, nicht nur für Spitzensportler.“
Dr. Karl Ahamer, ­Unfallchirurg am LKH Gmunden, Tel.: 07612 7960

 


 

 

„Die Anwendung des Kreuzband-Fitnesstests bewährt sich in ­Innsbruck seit zwei Jahren. Er ermöglicht ein exaktes Timing des ­Wiedereinstiegs“.
Ao. Univ. Prof. Dr. Christian Fink, sportsclinic austria, Olympiastraße 39, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512 397030, www.sportsclinicaustria.com

 


 

 

„Wir empfehlen in unserem Nach­behandlungsbogen den Back to Sport-Test 4 bis 6 Monate postoperativ“. -Dr. Jürgen Barthofer, Ordination für Kniegelenkschirurgie, Sportmedizin und Bewegungsapparatbeschwerden, ­Garnisonstrasse 5, 4020 Linz, Tel: 0664 7503 8894, www.barthofer.at

 


 

 

„Der Back to Sport Test der Sporttherapie gibt mir objektive Grundlagen für das entscheidende Patientengespräch. Ich vertraue darauf, das überträgt sich auf den Patienten“.
Dr. Andreas Schneiderbauer, ­Unfallchirurg, Stadtplatz 14, 4070 Eferding, Tel.: 07272 750 05

 


 

 

“Nicht nur bei der Planung des Comebacks, sondern auch bei der Kernfrage, operative, oder konservative Therapie, leistet der Test wertvolle Entscheidungshilfe“.
Dr. Gerhard Oberthaler, Oberarzt für Unfallchirurgie am UKH Salzburg, ­Ordination: Schallmoser Hauptstraße 51, 5020 Salzburg, Tel.: 0662 878744 www.oberthaler.info

 


 

 

„Meine Überzeugungsarbeit, und zwar in beiden Richtungen (Sie müssen mehr tun, bzw. Sie müssen noch warten) ist mit dem Back to Sport-Test der Sporttherapie viel einfacher geworden“.
Dr. Markus Wipplinger, Unfallchirurg im MEDZ, Weißenwolffstraße 13, 4020 Linz, Tel.: 0732 7675-1358, www.wipplinger.org

 


 

 

„Erfahrung ist das Eine. Aber objektive Messdaten auf einem Computerausdruck und vor allem der Links-Rechts-Vergleich überzeugen die Patienten“.
Dr. Wolfgang Hochdaninger, Unfall­chirurgie Traunsee, Franz Reisenbichler-Straße 15, 4810 Gmunden, Tel.: 07612 67526

 


 

 

„ Professionelle Abwicklung und Betreuung, erhobene Parameter geben mir sehr gute Aussagen über den Istzustand des Patienten nach operativer Versorgung und folglich auch über den Wiedereinstieg in Training und Wettkampf“ -Prim. Dr. Christian Mahringer, ­Sportarzt, Unfallchirurg, Ärzt­licher ­Leiter Sanatorium Rupp in St. Georgen, Wahlarzt, Sparkassengasse 1, 4810 Gmunden, Tel.: 07612 712 92